Warum unsere Schultern im Büro schmerzen
Stundenlang vor dem Computer zu sitzen ist anstrengend – und zwar nicht nur für den Geist! Viele Menschen leiden unter Schulterschmerzen, ohne unbedingt einen Zusammenhang mit ihrer Körperhaltung oder ihrer Arbeitsausstattung herzustellen.
Tatsächlich haben mehrere Studien gezeigt, dass langes Arbeiten vor einem Bildschirm in einer ungünstigen Haltung das Risiko für Schulter- und Nackenschmerzen stark erhöht. Eine Studie zeigt, dass mehr als 4 von 10 Personen in einer Büroumgebung mit Computern darunter leiden.
Zu viel Sitzen, zu starr, zu angespannt
Wenn man am Computer arbeitet, nimmt man oft eine starre Haltung ein: hochgezogene Schultern, gekrümmter Rücken, geneigter Kopf. Das Ergebnis? Die Muskeln um die Schulter herum, insbesondere der Trapezmuskel (ein großer Muskel, der den Hals mit dem Schulterblatt verbindet) und der Deltamuskel (der die Rundung der Schulter bildet), stehen unter permanenter Spannung. Diese Spannung führt schließlich zu Schmerzen und langfristig sogar zu ernsteren Beschwerden.
Neben der Körperhaltung spielen noch weitere Faktoren eine Rolle:
- Eine zu weit entfernte Maus oder eine schlecht positionierte Tastatur,
- Ein zu hoher oder zu niedriger Bildschirm,
- Stress oder psychischer Druck am Arbeitsplatz.
All diese Faktoren verstärken das Gefühl der Müdigkeit und die empfundene „Last“ auf den Schultern.
Was die Wissenschaft über Lösungen sagt
Die gute Nachricht ist, dass eseinfache und wirksame Lösungengibt, um diesen Schmerzen vorzubeugen, die durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt wurden.
- Überprüfen Sie die Einrichtung Ihres Arbeitsplatzes: Stellen Sie die Höhe des Stuhls ein, bringen Sie die Maus näher heran, richten Sie den Bildschirm auf Augenhöhe aus... Forscher haben nachgewiesen, dass diese Maßnahmen bereits in den ersten Wochen zu einer Verringerung der Schmerzen führen.
- Pausen machen und sich bewegen: Regelmäßiges Aufstehen, Arme strecken und Schultern bewegen, auch wenn es nur kurz ist, hilft, die Muskeln zu entspannen und chronische Schmerzen zu lindern.
- Ein wenig trainieren: Einige Studien empfehlen einfache Übungen zur Stärkung des oberen Rückens und der Schultern, wie z. B. kleine Armheben oder gezielte Kontraktionen des Trapezmuskels.
- Wechseln Sie regelmäßig Ihre Körperhaltung: Die Verwendung eines Steh-Sitz-Arbeitsplatzes oder sogar einer mobilen Tastatur kann den Gesamtkomfort verbessern und Verspannungen in Schultern und Nacken reduzieren.
Ergonomie bedeutet nicht nur Komfort
Ein gut angepasster Arbeitsplatz dient nicht nur dazu, „bequemer” zu sein. Er ermöglicht auch, besser, länger und schmerzfrei zuarbeiten. Eine umfassende Analyse mehrerer Studien hat gezeigt, dass ergonomische Anpassungendas Risiko von Schulter- oder Nackenschmerzen um etwa36 % reduzieren.
Und für Unternehmen ist es eine lohnende Investition: weniger Krankmeldungen, mehr Komfort und fittere Mitarbeiter.
Einige einfache Tipps, die Sie sofort umsetzen können
- Halten Sie die Ellbogen nah am Körperund die Schultern entspannt.
- Stellen Sie Ihren Bildschirm auf Augenhöhe vor sich auf.
- Machen Sie jede Stunde eine aktive Pause: Stehen Sie auf, strecken Sie Ihre Arme und bewegen Sie Ihre Schultern.
- Erwägen Sie eine ergonomische Tastatur und Maus oder einen verstellbaren Arbeitsplatz.
- Verwenden Sie ein ergonomisches Schulterkissen, um Ihren Arm und/oder Unterarm während der Nacht zu stützen. Dieses Kissen kann auch Verspannungen in den Schultern und im Nackenbereich lindern, wenn Sie zu Hause auf Ihrem Sofa sitzen.
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